SuedLink ist die Bezeichnung eines von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT TSO GmbH und der TransnetBW geplanten Korridors zum Bau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung.

Um in Zukunft den Großteil der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien abzudecken, soll der sog. SuedLink Wilster bei Hamburg und Grafenrheinfeld in Bayern mit einer Gleichstromtrasse verbinden. Mit ca. 800 Kilometern Länge ist SuedLink das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende.

Geplant ist, überwiegend Freileitungen einzusetzen, die sich vergleichsweise schnell errichten lassen und sich als wirtschaftlich effizient bewährt haben. Neben erheblichen Sicherheitsrisiken haben Freileitungen allerdings eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen:

  • Landschaftsverbrauch durch Strommasten und sehr breiten Schutzstreifen.
  • Freileitungen verschlingen mehr Fläche als Erdkabel.
  • Viele Wälder müssen gerodet werden und es werden zusätzliche Ausgleichsflächen benötigt.
  • Artenschutz insbesondere von Vögeln (Kraniche, Uhu) ist gefährdet.
  • Überlandleitungen machen Lärm und Licht (Signalbefeuerung).
  • Masten stören beim Ackern.
  • Tropfenschlag
  • Können für die Landwirte lebensgefährlich_werden (Stromübertritt von den Leitungen auf Maschinen und Beregnungsanlagen).
  • Führen zu Wertverlusten von Gebäuden, Grundstücken, Wiesen und Äckern.
  • Umsatz- und Wertverluste für touristische Betriebe.
  • Blockade für landwirtschaftliche Betriebsentwicklung.
  • Menschen und Tiere werden durch Elektrosmog krank!

Es gibt aber eine Alternative zu Freileitungen: die sog. Erdverkabelung, bei der 12 ca. 120 mm dicke Stromkabel in ca. 1,6m Tiefe verlegt werden. Durch den deutlich geringeren Flächenverbrauch (23m Schutzstreifen, 45m Arbeitsstreifen und 25m gehölzfreier Bereich) wird die Landschaft entlastet und die viele der Nachteile von Freileitungen werden vermieden.

Wir setzen uns daher ganz klar für den Einsatz von Erdkabeln ein!

Die Stromtrasse ist keine entfernte Bedrohung, die auf irgendwelchen abgelegenen Feldern stattfindet. Wird die Trasse 069 so gebaut, wie sie geplant ist, wäre der Landschaftsverbrauch immens. Die Landschaftsinanspruchnahme würde das gesamte Stadtbild Soltaus nachhaltig verändern. Neben diesen regionalen Aspekten wird auch die Bündelung mit bereits existierenden Stromtrassen vernachlässigt: in 80 % des geplanten Trassenverlaufs findet keine Bündelung mit anderen, vorhanden Trassen statt.

Der SuedLink wird im Frühjahr zur Antragskonferenz führen. Für 2016/2017 ist die Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Die Inbetriebnahme wird für 2022 erwartet. Daher ist es wichtig, dass wir als Bürgerinitiative die Betroffenen informieren und klarmachen, dass wir mit dem geplanten Trassenverlauf des SuedLink nicht einverstanden sind!

Die aktuelle Situation

Der Antrag zum Vorverfahren für den Bau der Suedlinktrasse ist von der Bundesnetzagentur an Tennet zurück verwiesen worden. Bürgerinitiativen begrüßen das. Die Bundesnetzagentur verlangt Nachbesserung. Sie spricht von Versäumnisse. Sie fordert Nachbesserungen im Bereich Transparenz und Beteiligung. Sie fordert klarere Begründungen für die Trassenführungen und vieles mehr.

Wie das alles zu verstehen ist und was das für den Stromtrassenbau in unserer Region heißt, zeigt das folgende Video.

Mittlerweile kommen aber auch wieder weitere Trassenführungen auf die politische Tagesordnung: Die Länder Hessen und Bayern plädieren für eine Ostvariante: Eine Trasse durch die Neuen Bundesländer. Auch der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel plädiert für diese Trasse. Ganz neu: plötzlich wird auch vermehrt über ausgedehnte Erdverkabelungen gesprochen … es tut sich also was!

Das Verfahren sieht vor, das wir als betroffene Bürger uns in den Planungsprozess einbringen können. Wer sich nicht nicht meldet, bekommt die Freileitung vor die Tür.

Materialien und Links zum Thema